Vergangenheit löschen

Oktober 27, 2009

Heute nacht hab ich damit begonnen, AA Stück für Stück zu Geschichte zu machen. Er wird zwar immer ein Teil von mir bleiben, aber seinen Namen beginne ich nun, nach fast 7 Jahren aus dem Internet zu tilgen. Ein Wesen ohne Namen läst sich einfacher mit mir vereinigen. Es gibt nicht mehr ihn und mich, es gibt nur noch mich, mit meinem Klarnamen und sonst nichts. Es war schön, eine andere Geschichte zu erfinden, ihn besser und mächtiger zu machen, als ich es jemals war, aber es hat Zeit verschlungen, sich diese Geschichte auszudenken, im seine eigene Geschichte zu schreiben und ihm dennoch ein Wesen zu geben, dass meinem ähnlich war. Eigentlich ist er nur noch eine leere Huelle, denn inaktiv wurde er schon vor zwei Jahren, als mein reales Leben begonnen hat, mehr Zeit zu brauchen. Dennoch gab es noch seinen Namen, seine Geschichte und seine Version meiner Geschichte. Irgendwo tief in meinem Kopf, nirgends sonst, denn obwohl das Internet nie vergisst, vergasen ihn die Menschen, die mit ihm im Kontakt standen.

Ruhe in Frieden.

Eine Bemerkung zum Schluss: Ich werde hier mit meinem Blog enden und woanders weiterschreiben.

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Row my boat oder blub?

Oktober 24, 2009

Mein liebstes Lied, das ich immer vor mich hinsumme oder -singe, wenn ich in einer Stimmung bin, die über das alltägliche „geht-so“ hinausgeht, egal ob im Negativen oder im Positiven:

Row, row, row my boat

gently down the stream

merrily, merrily, merrily, merrily

life is but a stream.

Row, row, row my boat

fly, fly, fly

bring the prince, who won’t be king

to the Isle of Skye.

Der erste Teil ist wahrscheinlich überall bekannt, wenn auch meistens mit „your boat“, statt „my boat“. Der zweite Teil ist eine Umdichtung, die ich bisher auch nur ein, zweimal gehört hab und die sich angeblich auf Charles Edward Stuart bezieht, der während einem Erbfolgekrieg in Großbritannien zur Isle of Skye flüchtete und nie den Königstitel erhielt.

Im Moment bin ich jeden Tag weit von „geht so“ entfernt, obwohl das Leben eher vor sich hinplätschert und in sehr geregelten Bahnen mit Uni und Jobs läuft. Das liegt sicher an A, die mir nicht aus dem Kopf geht, an der Zeit, die ich mit Menschen wie T verbringe, an den Gästen, die ich in meine Wohnung einlade und die mir das Gefühl geben, nicht ganz allein zu sein, jetzt wo K weit weg ist. Überhaupt K. Sie geht mir plötzlich soviel mehr ab, als während der Zeit wo sie in Südamerika war. Ich bin echt auf Entzug, nachdem wir wieder für einige Wochen soviele Tage miteinander verbracht haben. Ich merke aber, dass wir uns beide verändern und zwar eher voneinander weg, als zueinander hin. Sie denkt, A ist nicht gut für mich, obwohl ich ihr vor allem sage, wie sehr ich die Zeit mit A genieße. Sie reduziert es manchmal auf Sachen, auf die ich es nicht reduzieren möchte. Mir ist nicht klar, wie man die Art Beziehung zu A beschreibt. Wahrscheinlich gibt es dafür keinen Namen, aber am ehesten trifft es wohl „neue Kennenlernphase“? Sowohl ich lerne mich wieder neu kennen und versuche sie kennenzulernen, als auch, dass sie versucht, mich kennenzulernen, was sie aber noch nicht ganz schaffen kann, weil ich ihr noch nicht alles vorstellen kann, obwohl ich will. Wann werd ich wissen, wer ich bin?

Sie hat mein Denken am Anfang wieder mehr angeregt, aber mittlerweile ist es ein Selbstläufer geworden, der mir Angst macht und den ich oft bremse. Am wichtigsten erscheint mir im Moment, einige Gewohnheiten zu ändern und meinen Tagesablauf so zu gestalten, dass ich mich wieder wohl fühle und schaffe, was ich schaffen will.

Seit ein paar Monaten bin ich eher hinterhergelaufen, als das ich weitermarschiert bin.

Vor einer Woche hab ich damit aufgehört und plötzlich war ich wieder attraktiv genug?

Es gilt wieder der Spruch „Laufe, aber laufe nicht zu sehr, denn das Glück läuft hinterher“?

Nur laufe ich nun wieder, zum zweiten Mal, meinem Glück mit dem jetzt eingelegten Sprint davon oder höre ich nur auf, einen Kampf zu kämpfen, den ich schon seit Monaten verloren habe? Das Gleichgewicht ist nicht mehr gegeben und sie hat es ebenso wie ich gemerkt. Es ist viel, was ich tue, aber ist es nicht das, worauf unsere Gesellschaft baut, dass die Stärkeren mehr tragen, als die Schwachen? Wieso ist genau dasselbe System in einer Beziehung so falsch? Wieso ist es in einer Beziehung immer so wichtig, dass die Waage im Gleichgewicht bleibt?

Ich weiß es nicht, ich weiß nur, dass ich eine Entscheidung getroffen habe, die eine neue Beziehung mit ihr ersteinmal unmöglich macht. Weil ich ein Sturkopf bin oder weil ich zuwenig Kraft habe? Letzteres hab ich für mich nie gelten lassen, auch wenn ich mir gegenüber viele Entscheidungen damit gerechtfertigt habe. Ich brauche wieder die Kraft, die ich vor vier Jahren hatte, nach R und nach dem Urlaub in T. Ist es wirklich so lange her, dass ich mich stark und voller Energie gefühlt hab?

Nach meiner Reise durch den Südwesten war ich doch auch wieder voll. Nur nicht voller Energie, weil die Reise mehr Energie gekostet hat, als sie mir geben konnte. Aber sie war wie eine Flutwelle: Sie hat die Küste zerstört, aber als sie sich zurückzog konnte man sie mit einem Gezeitenkraftwerk nutzen und mit dem Strom kann man was antreiben. Nur was?

Abende

Oktober 17, 2009

Meine Abende in letzter Zeit sind komisch, sie fühlen sich so anders an, als sonst und sie sind es auch.

Es sind Abende wie vor zwei Jahren, als ich noch öfter mit C unterwegs war: Abende in der Disko, in Bars bei Cocktails und Bier, mit wenig Essen und viel Alkohol, fahrig, flach, unbefriedigend, weil die Gespräche nur aus Smalltalk zu bestehen scheinen und manchmal merkt man erst später, dass es doch langsam tiefer geht. Ich brauche nur immer soviel Zeit, den Smalltalk in so einer Atmosphäre zu überwinden, es strengt mich an und nervt mich.

Die Abende sind nicht mehr so krass, wie mit C, es ist nicht mehr dieses Extrem, dieses aggressive Verhalten von C gegenüber seiner Umwelt, das die Abende so oft zerstört hat. Es ist eher fröhlich, es ist ein kindliches, naiv wirkendes Versteckspielen, das ich eigentlich seit der Zeit aufgegeben hatte, von der kurzen Periode mit AL mal abgesehen.

Manche dieser Abende bekommen mir gut, sie fühlen sich gut an, ohne Gedanken, ohne Plan, ohne Zwänge. Irgendwie frei, beschwingt und lustig. Manche nerven mich dafür um so mehr.

Gestern war ein guter Abend, eine schöne Nacht, die erst um 4 Uhr morgens ihr wohlverdientes Ende mit dem „einzigen- in-der-Mediathek-und-nur-kurzzeitig-verfügbaren“ Tatort fand.

Seit knapp 3 Jahren fahre ich das gleiche Rad, es ist versichert, sodass ich alle paar Monate eine neue Kette, ein neues Zahnradritzel, neue Schläuche, Bremsen und alles andere, was durch das Fahren so verschleißt, bekomme. Mittlerweile kostet die Versicherung 20 Euro im Monat, ein heiden Geld, aber es lohnt sich immer noch, denn jede Rechnung hat so 50 Euro und unter fünfmal im Jahr bei der Reperatur ist das Rad noch nie geblieben.

Jetzt überlege ich mir aber, ein neues Rad anzuschaffen – mit der Neukaufbeteiligung meiner Versicherung, immerhin 300 Euro, kann ich mir so ein einfaches Stadtrad leisten. Das „alte“ darf ich behalten und verkaufen, so bekomm ich das Geld locker wieder rein. Vielleicht ist ein Zweitrad aber auch gar nicht so schlecht, wenn das andere in der Werkstatt  ist. Schon verrückt, ich würde insgesamt sogar sparen mit dem neuen Rad, weil die Versicherung dann wieder auf 10 Euro im Monat fällt und es sich dann richtig lohnt für mich, denn wie gesagt, unter fünf Reperaturen im Jahr geht nichts.

Ich werde also in drei Tagen ein neues Fahrrad fahren, trotz meiner Bedenken, weil schließlich würde das alte noch gut fahren, wenn die Versicherung die Reparatur zahlen würde, die jetzt ansteht: Einmal Bremsen, Laufräder mit Schläuchen und Mäntel und die Kette, denn als mein Fahrrad am Bahnhof stand wurde es ein wenig ramponiert, was es fahruntüchtig gemacht hat.

Ist unsere Gesellschaft wirklich so eine extreme Wegwerfgesellschaft geworden, dass nichts mehr repariert wird?

Ich sehe es hier wieder an meinem Fahrrad, aber viel krasser finde ich es bei Kleidung, die nicht mehr geflickt wird, bei Schuhen, wo eine neue Sohle mehr kostet, als ein neuer Schuh oder bei Pressspannschränken àla IKEA, die bei jedem Umzug neu gekauft werden, weil man sich verändern möchte (natürlich wieder mit IKEA) oder die Schränke sich nicht mehr auseinanderbauen lassen, weil sie einfach nicht so konstruiert sind. Ich glaube, ich allein, obwohl ich eher sparsam bin, hab schon fünf Radios „verbraucht“ – allesamt Billigdinger mit Weckfunktion, die es für 20 Euro im Baumarkt/Lebensmittelladen/Supermarkt/Diskounter gab. Jetzt hab ich aber das „Erbstück“ wiederentdeckt und werde mir auch keinen Wecker mehr anschaffen – dafür reicht das 5. Handy (eins geklaut, zwei kaputt, eins verschenkt) auch.

Geht so.

Oktober 13, 2009

Ist der Zustand meines Zimmers.

Das neue Bücherregal, das jetzt fast alle meine Lieblingsbücher, meine Stereoanlage und eine Peperonipflanze enthält und der Kalender, der mir zum Abschied aus dem Vorstand geschenkt wurde, der darunter hängt, bringen zumindest schonmal Farbe in mein Zimmer. Was immer noch abgeht ist das etwas unregelmäßige, was ein Zimmer bewohnt erscheinen lässt und es vom Museumszimmer absetzt. Alles wirkt immer noch sehr gerade, wie mit einer Wasserwaage ausgerichtet.

Der meiste Papierkram ist dafür verräumt, es wirkt alles nicht mehr so unaufgeräumt, nur die Ordner, in die alles hineinverschwunden ist, verstärken den musealen Eindruck noch mehr, obwohl sie eine ziemlich wilde Mischung sind, weil alle Ordner Geschenke oder Müllsammlung waren. Es fehlen immer noch die Fotos, die ich anbringen wollte, weil viele nicht passen, weil sie zuviel Dinge abbilden und zuwenig Menschen. Ich hab ohnehin von kaum einem wichtigen Menschen in meinem Leben ein Foto. Irgendwie sind wir alle, obwohl wir alle Apparate haben, nicht die Menschen die gemeinsame Momente ohne Anlass festhalten. In diesem Jahr haben nur zwei Menschen privat Fotos von mir gemacht – A und AB. A mit meiner Kamera, nachdem ich Fotos von ihr gemacht habe, AB, weil sie nunmal Fotografin ist und es lustig fand, dass ich mit Mütze in der warmen Stube saß und aß.

Nun muss ich los nach L, sonst schaff ich es nicht mehr, bis um 5 wieder daheim zu sein, um den Besuch zu empfangen. In L hol ich mir einen Einkaufsausweis, damit ich morgen mit A einkaufen gehen kann und meine Vorräte auffülle. Endlich wieder selbst gemachter Milchreis und wahrscheinlich nehm ich mir auch extrem viel Zimt mit.

Und ich renne

Oktober 10, 2009

Der Abend ist schon angebrochen und ich werde heute noch einen weiteren Abend in Gesellschaft von K verbringen. Ich werde dorthin rennen, mit den Schuhen, die ich mir damals für einen halben Monatslohn gekauft hab. Rennen, um das Leben stärker zu spüren, damit es mich wieder umfängt, damit ich es wieder spüre. Vielleicht fühlt sich nach dem Abend nicht mehr alles so taub an. Vielleicht sollte ich mich einfach morgen in den Zug setzen und für ein oder zwei Tage nach Hamburg fahren, wo F jetzt lebt. Wie ich es damals nach AL getan hab, nur das ich danach nach Mannheim gefahren bin, zu C, um zu vergessen. In Hamburg würde ich nicht vergessen und weil ich mit dem Zug und nicht mit dem Motorrad fahren würde, wäre es eine ganz andere Reise. Eine Reise ohne Fahrtwind, ohne Kälte und Hitze, die mit dem Wind durch meine Kleidung dringt. Der Fahrtwind schreit mir immer wieder zu, das ich lebe.

Ich wünsche mir einen Sturm, einen Sturm, der einem den Boden unter den Füßen wegziehen kann und der einem das Wasser ins Gesicht peitscht.

Falsche Worte

Oktober 10, 2009

„How can you make the words in your mouth?“ – ein Satz den ich mindestens 40 mal gelesen, ein Satz, der mal mein Einsatz war. Der Satz spuckt mir heute den ganzen Tag im Kopf herum, weil ich nicht mehr weiß, was ich sagen soll. Ich wurde missverstanden und hab versucht, das zu erklären.

Aber muss ich wirklich erklären, dass ich Liebe nicht nur durch Sex definiere? Sollte sie das nicht eigentlich wissen? Sollte sie nach so vielen Monaten nicht besser von mir denken? Vielleicht sieht sie in jedem Menschen ersteinmal das Gute, aber wieso will sie in mir nur das Schlechte sehen?

Ich wünsche ihr alles Glück der Welt. Das hat sich nicht geändert. Sonst wohl alles.

Merke

Oktober 6, 2009

Nie in Schnapslaune chatten und dann dumme Fragen stellen.

Einmal mehr das Trampeltier, auch wenn ich das Ziel den Dialog vom Thema abzubringen erreicht hab, es war ein deutlich zu flottes Ende.

Fortsetzungsroman

Oktober 6, 2009

Im Moment bastel ich gerade mal an der Woche herum, das seltsame Repetitorium hab ich abgebrochen und die Blätter innerhalb von einem Tag daheim durchgemacht, was wohl wesentlich effizienter war. Wirklich vorbereitet auf die Wiederholungsklausur komm ich mir nicht vor.

Dafür hab ich den Plan für das nächste Semester nahezu vollständig fertig, ich weiß, welche Kurse ich auf jeden Fall besuchen will, welche ich besuchen muss und was ich nebenher noch machen will und kann. Insgesamt bin ich mit dem Planungsergebnis also zufrieden, ich such allerdings noch nach Filmen, die ich mir ansehe, um mal mehr von den Sprachen zu hören, die ich lernen möchte. Das ich diese Woche auf jeden Fall noch ins Theater gehe und „meine“ kanadische Truppe treffe, ist ohnehin schon fest im Kalender vermerkt – auch wenn sie mich dieses Mal nicht als Tontechniker haben und ich somit nicht jeden Abend Englisch höre und spreche ist es doch schön, den Abend mit ihnen zu verbringen.

Der anstehende Großeinkauf muss ebenfalls geplant werden, denn ich brauche irgendwoher ein Auto oder muss zumindest mein Rad wieder flott bekommen, damit ich mit dem Anhänger vor die Metro fahren kann. Überhaupt muss die Einkaufsliste gut gestaltet werden, denn schließlich will ich nicht nur zwei Sack Reis und ein paar Kleinigkeiten kaufen. Im Moment steht das Rad in der Werkstatt, nachdem ich es zwei Tage am Bahnhof stehen hatte, waren die Bremsbeläge, die Felgen (samt Reifen versteht sich) und ein Teil des Rücklichts weg, der Sattel war aufgerissen, die Kabel der Lichtanlage zerschnitten und herausgerissen und ein paar andere Sachen waren zusätzlich verbogen.

Immer noch auf meiner To-Do-Liste steht Papierkram und Kontoführung für meinen Verein, damit die Bücher, wenn ich sie am Donnerstag übergebe, auch ordentlich aussehen.

As the TV-Shows say: Stay tuned.