Komische Welt beim Radkauf…

Oktober 17, 2009

Seit knapp 3 Jahren fahre ich das gleiche Rad, es ist versichert, sodass ich alle paar Monate eine neue Kette, ein neues Zahnradritzel, neue Schläuche, Bremsen und alles andere, was durch das Fahren so verschleißt, bekomme. Mittlerweile kostet die Versicherung 20 Euro im Monat, ein heiden Geld, aber es lohnt sich immer noch, denn jede Rechnung hat so 50 Euro und unter fünfmal im Jahr bei der Reperatur ist das Rad noch nie geblieben.

Jetzt überlege ich mir aber, ein neues Rad anzuschaffen – mit der Neukaufbeteiligung meiner Versicherung, immerhin 300 Euro, kann ich mir so ein einfaches Stadtrad leisten. Das “alte” darf ich behalten und verkaufen, so bekomm ich das Geld locker wieder rein. Vielleicht ist ein Zweitrad aber auch gar nicht so schlecht, wenn das andere in der Werkstatt  ist. Schon verrückt, ich würde insgesamt sogar sparen mit dem neuen Rad, weil die Versicherung dann wieder auf 10 Euro im Monat fällt und es sich dann richtig lohnt für mich, denn wie gesagt, unter fünf Reperaturen im Jahr geht nichts.

Ich werde also in drei Tagen ein neues Fahrrad fahren, trotz meiner Bedenken, weil schließlich würde das alte noch gut fahren, wenn die Versicherung die Reparatur zahlen würde, die jetzt ansteht: Einmal Bremsen, Laufräder mit Schläuchen und Mäntel und die Kette, denn als mein Fahrrad am Bahnhof stand wurde es ein wenig ramponiert, was es fahruntüchtig gemacht hat.

Ist unsere Gesellschaft wirklich so eine extreme Wegwerfgesellschaft geworden, dass nichts mehr repariert wird?

Ich sehe es hier wieder an meinem Fahrrad, aber viel krasser finde ich es bei Kleidung, die nicht mehr geflickt wird, bei Schuhen, wo eine neue Sohle mehr kostet, als ein neuer Schuh oder bei Pressspannschränken àla IKEA, die bei jedem Umzug neu gekauft werden, weil man sich verändern möchte (natürlich wieder mit IKEA) oder die Schränke sich nicht mehr auseinanderbauen lassen, weil sie einfach nicht so konstruiert sind. Ich glaube, ich allein, obwohl ich eher sparsam bin, hab schon fünf Radios “verbraucht” – allesamt Billigdinger mit Weckfunktion, die es für 20 Euro im Baumarkt/Lebensmittelladen/Supermarkt/Diskounter gab. Jetzt hab ich aber das “Erbstück” wiederentdeckt und werde mir auch keinen Wecker mehr anschaffen – dafür reicht das 5. Handy (eins geklaut, zwei kaputt, eins verschenkt) auch.

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