Und ich renne

Oktober 10, 2009

Der Abend ist schon angebrochen und ich werde heute noch einen weiteren Abend in Gesellschaft von K verbringen. Ich werde dorthin rennen, mit den Schuhen, die ich mir damals für einen halben Monatslohn gekauft hab. Rennen, um das Leben stärker zu spüren, damit es mich wieder umfängt, damit ich es wieder spüre. Vielleicht fühlt sich nach dem Abend nicht mehr alles so taub an. Vielleicht sollte ich mich einfach morgen in den Zug setzen und für ein oder zwei Tage nach Hamburg fahren, wo F jetzt lebt. Wie ich es damals nach AL getan hab, nur das ich danach nach Mannheim gefahren bin, zu C, um zu vergessen. In Hamburg würde ich nicht vergessen und weil ich mit dem Zug und nicht mit dem Motorrad fahren würde, wäre es eine ganz andere Reise. Eine Reise ohne Fahrtwind, ohne Kälte und Hitze, die mit dem Wind durch meine Kleidung dringt. Der Fahrtwind schreit mir immer wieder zu, das ich lebe.

Ich wünsche mir einen Sturm, einen Sturm, der einem den Boden unter den Füßen wegziehen kann und der einem das Wasser ins Gesicht peitscht.

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